Stadt und Marke: Blicke auf Frankfurt
14. Oktober 2009 von Wolfgang BorgfeldWenn man Teil einer Marke ist, sie quasi mit Leben füllt und damit gestaltet, und dann auf Menschen trifft, die dies bei eben genau jener Marke auch tun, ist Abstimmungsbedarf vorhanden. Die Diskussion zur Marke Frankfurt zeigte, dass die Wahrnehmung der Stadt und damit die Einschätzung, was die Marke Frankfurt ausmacht, von der Perspektive abhängig ist, aus der man sie betrachtet, aus der man in ihr lebt und arbeitet. Am Ende des Gesprächs vermissten Zuhörer im Publikum das Bekenntnis des Podiums zu Frankfurt und wunderten sich, dass die Podiumsteilnehmer Frankfurt nicht für die Stärken schätzten, die die Stadt nun mal habe. Übersehen wurde dabei, dass auf dem Podium überwiegend Vertreter der Kreativwirtschaft saßen, die natürlich eine eigene Perspektive auf die Stärken und Schwächen Frankfurts haben. Der Diskurs zur Marke Frankfurt ist ebenso komplex wie das Produkt.
Die im Titel der Veranstaltung genannte Promenadenmischung ist übrigens eine Bezeichnung von Werber Bittner. Für ein Porträt des Kommunikationsstandortes Frankfurt (Econ Jahrbuch der Werbung 2006) machte sich das Werbe-Urgestein und Vorstandsmitglied des Frankfurter Marketing Clubs seinen eigenen Reim auf deutsche Werbestädte: “München ist ein Dackel: Du sagst ‘Sitz’ und er läuft weiter. Düsseldorf ist ein Pudel: hier noch ein Röllchen, da noch ein Schleifchen. Hamburg ist ein Windhund: alter Stammbau, immer gut aussehend. Frankfurt ist eine Promenadenmischung, aber die hat es in sich.”
Hier einige Zitate aus der Podiumsdiskussion über die “reinrassige Promenadenmischung”:
Der Wahlfrankfurter Jürgen Zeller zu den Gründen, sich hier niedergelassen zu haben:
„Frankfurt ist gut vernetzt, man kommt überall schnell hin, auch mit dem Fahrrad.“
Lothar S. Leonhard zum attraktiven Umfeld von Frankfurt.
„Der Rheingau ist die deutsche Toskana.“
Lothar S. Leonhard schlägt vor, wie man mit einem Frankfurter Pfund wuchern könnte.
„Frankfurt hat die attraktivste Skyline Deutschlands. Warum sind die Hochhäuser nur einmal im Jahr für die Bevölkerung zugängig? Man sollte sie ganzjährig öffnen!“
Piero Borsellino
„Es ist nicht so, das Frankfurt kein Image hätte: Banken, die Messe, der Flughafen - das sind Faktoren, die die Wahrnehmung von Frankfurt dominieren. Dass Frankfurt auch Werbehochburg ist, ist weniger bekannt.“
Lothar S. Leonhard beschreibt die alte Erkenntnis, dass die Kommunikation die Eigenschaften eines Produkts spiegeln muss.
„Man muss das wiedergeben, was die Menschen einer Stadt empfinden. Die Marke einer Stadt kann nicht am Schreibtisch kreiert werden. Man kann sich nicht überlegen - dieser Aspekt ist noch frei, den besetzen wir jetzt. Das geht nicht.“
Dr. Robert Winterhager weist auf ein Defizit zwischen bestimmten Eiigenschaften der Stadt (sozusagen des Produktes) und der Kommunikation hin.
„Die Bezeichnung für Frankfurt als Green City ist real, die grünen Stärken sind da, sie werden bislang nur nicht vermittelt.“
Dr. Robert Winterhager sieht im „Corporate Publishing“ andere Städte vorn
„Hamburg macht das geschickt. Wenn ich die FAZ nehme, fällt mir daraus das Hamburg-Magazin entgegen. Das ist gute Vermarktung.“
Dr. Robert Winterhager beschreibt, was Frankfurt zur Wissensstadt macht.
„Frankfurt muss seine Stärken auf den Punkt bringen: Am Campus der Universität werden 2,5 Mrd. Euro verbaut! Das ist einer der Ansatzpunkte für Stadtmarketing.“
Jürgen Zeller zu einem der zentralen Imagefaktore der Stadt und wie dieser die Wahrnehmung prägt.
„Die Wahrnehmung der Stadt geht vom Menschen aus. Wenn ich die Börse Frankfurt jedesmal sehe, wenn Nachrichten im Fernsehen laufen, dann ist das einfach Realität. Am Euro-Zeichen fotografiere sich täglch hunderte von Menschen - das ist Frankfurter Wahrheit.“
Jürgen Zeller stellt fest:
„In dieser Stadt leben 170 Nationalitäten. Das gibt es sonst nirgends in Deutschland. Diese Vielfalt gehört zur Identität von Frankfurt.“
Lothar S. Leonhard zum Grad der Attraktivität Frankfurts in unterschiedlichen Zielgruppen:
„Die Finanzcommunities haben keine Probleme nach Frankfurt zu kommen: Für sie ist Frankfurt der einzige Meltingpot in Deutschland.“
Dr. Robert Winterhager sieht eine zentrale Aufgabenstellung:
„Was muss Frankfurt tun, damut hochqualifizierte Arbeitskräfte hierher kommen? Wir haben festgestellt, dass ein zentraler Punkt für die Attraktivität einer Stadt darin liegt, gute Lebensbedingungen für die gesamte Bevölkerung zu schaffen.“
Lothar S. Leomnhard zu Frage, ob eine Stadt als Marke schwer zu bewerben sei.
„Ich muss die Frage beantworten: Was will ich? Frankfurt ist sicherlich die Stadt der Bildung. Die Frankfurter Museumsmeile wird auch im Ausland gerühmt. Aber ist das griffig? Hamburg hat seinen Hafen und das Prädikat „Tor zur Welt“. Diese Bezeichnung würde heute sicherlich auf Frankfurt und seinen Flughafen viel besser zutreffen. Allein: Ein gesundes Vorurteil hält ewig, es muss bedient werden. Finanzplatz Frankfurt, das ist doch schon mal was.“
Piero Borsellino zur Kreation und medialen Verbreitung starker Bilder:
„Als zum Beginn der WM 2006 Bilder vom Fußball und von Spielern auf die Hochhäuser projeziert wurden, gingen diese Bilder weltweit durch die Medien.“
Piero Borsellino zur Bedeutungszuweisung des Flughafens:
„Von Frankfurt aus kommt man immer schnell schnell und überall hin! Das haben viele Kreative, die wir in unserem Magazin porträtiert haben, stets positiv betont.“
Lothar S. Leonhard beschreibt indirekt das Arbeitsklima der Stadt:
„Frankfurt hat keine Schickeria. Wenn die sich triftt, passt sie in ein einziges Lokal. Und wenn sie in ein neues Restaurant weiterzieht, muss der alte Wirt Insolvenz anmelden.“
Piero Borsellino bestätigt dies aus Sicht der Kreativen:
„Für Kreative ist Frankfurt ein guter Ort zum Arbeiten, denn hier wirst Du einfach nicht abgelenkt. Abhängen geht hier nicht. In Berlin sind die Mieten so günstig, da kannst Du von einem Latte macchiato zum nächsten in den Tag leben. Berliner Kreative stöhnen, sie kämen bei den vielen Eröffnungen von Bars und Clubs gar nicht hinterher. In Frankfurt musst Du arbeiten. Hier weiß ich, ich muss machen!“
Jürgen Zeller zur Frage, was er Touristen als Souvenir von Frankfurt anbietet:
„Grüne Soße. Wir verkaufen Samen, mit denen man sich ion sieben Wochen die sieben Kräuter ziehen kann. Wir verkaufen auch Grüne-Soße-Schnaps.
Aber eigentlich dominieren die abstrakten Dinge Frankfurt: der Hammering Man, Techno, Adorno, die Frankfurter Schule.“
Lothar S. Leonhard vergleicht das Selbstwertgefühl in unterschiedlichen städten im Spiegel der Presse:
„Das Bekenntnis in einer Stadt zu leben, sollte mit Stolz erfolgen. Die Hamburger sind stolz auf ihre Stadt. Das zeigt sich auch in der regionalen Presse, vor allem im Hamburger Abendblatt. In Frankfurt wird gerne gegen den Stolz der Stadt gearbeitet. Wenn hier eine neue Kaufmeile eröffnet, fragt die Frankfurter Rundschau lediglich in Soziologendeutsch, wie das Präkariat daran partizipieren könne.“
Nils Bremer:
„Wenn Sie ein Medium suchen, das stolz auf die Stadt ist, nehmen Sie das journal Frankfurt: Wir lieben Frakfurt!“
Piero Borsellino beschreibt eine Voraussetzung für kreativen Erfolg, der auch für die Stadt und ihre Kommunikation gelte:
„Sei Du selbst!“
Dr. Robert Winterhager zur Diskrepanz von Selbstbewußtsein einer Stadt und dem Blick von außen:
„In Köln ist der Lokalpatriotismus sehr stark ausgeprägt. Tritt man als Reisender aus dem Hauptbahnhof, denkt man „ Hoppla, ich steh‘ im Mülleimer!“ Das ist dem Kölner egal - er ist seiner Stadt verhaftet.“
Dr. Robert Winterhager beschreibt das Problem von Städte-Identität:
„Im statistischen Mittel tauscht sich die Frankfurter Bevölkerung alle 15 Jahre komplett aus. Da hier die Sesshaften mit berücksichtig sind, ist die Fluktuation insgesamt viel größer. Studenten sind hier ganz wichtig, um diese muss Frankfurt sich kümmern. Studenten kommen als Scouts und gehen als Botschafter.“
Piero Borsellino zur Komplexität eines städtischen Gebildes und der sich hieraus ergebenden Verpflichtung, individuelle Ansprachen zu finden:
„In jeder Stadt finden Sie die gleichen Gruppen - Kreative, Bänker, Angestellte, Arbeiter, Dienstleister, bildungsferne Mitbürger -, nur immer in anderen Dosierungen!“
Claim zu Frankfurt, der allgemeinen Zuspruch fand:
„Frankfurt, die kleinste Metropole der Welt.“
Wen die Fragen städtischer Markenbildung und Kommunikation interessiert, dem sei die Oktober-Ausgabe von “brand eins” empfohlen, die sich der kreativen Herausforderung “Bausteine für eine neue Stadt” annimmt. Eine kleine Auswahl interessanter Überlegungen:
Der Berater Simon Anholt:
“Ich stelle fest, dass Orte “brands” sind, also Marken. Orte konkurrieren miteinander, deshalb wird ihr Image immer wichtiger.”
“Man kann ein Image verändern, aber nur in sehr kleinen Schritten und über einen sehr langen Zeitraum.”
“Es ist immer schwierig, nicht nur bekannt, sondern auch für die richtigen Dinge bekannt zu sein.”
“Menschen merken sich nicht das Gute, sondern das Interessante.”
“Wahrnehmungen entscheiden über Handlungen.”
Die Stadtplanerin Irene Wiese-von Ofen:
“Die Stadtplaner müssen den Kämmerrer und die Eigentümer alter gebäude überzeugen, dass es langfristig profitabler ist, heute auf gewerbesteuer und maximale Miete zu verzichten - zugunsten des Aufbaus eines kreativen Millieus.”
“Gemischte Strukturen sind der große Vorteil der Großstädte.”
“Konzentration [von Menschen] ist ein starker Treiber von Vielfalt. Und Vielfalt ist ein ganz wesentliches Element von Attraktivität.”
“Kultur ist für eine Stadt generell ein ungeheuer wichtiger Faktor, und sie manifestiert sich nicht nur im Stadttheater.”
“Der Handel ist und bleibt ein ganz wesentliches Element einer attraktiven Stadt. Das Planungs- und Bauordnungsrecht (…) hat einen ganz erheblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild und die Atmosphäre in einer Stadt.”
Das Beispiel Zürich, das ein System hat, um Spekulanten auszubremsen:
“Bei städtischen Wohnungen in Zürich bestimmen die Baukosten die Höhe der Miete, nicht die Lage des Hauses.”
Alfons Sonderegger, Sekretär des Finanzdepartements Zürich:
“Die soziale Durchmischung ist eins der wichtigsten Ziele der kommunalen Wohnungspolitik. Wir wollen keine Ghettos, weder für Reiche noch für Arme.”
Peter Schmid, Präsident der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich:
“Wir wollen Siedlungen für Menschen, nicht für die Rendite.”
Der Architekt und Design-Theoretiker Friedrich von Borries darüber, wie Marken beispielsweise mit Flagship Stores die Stadt als Bühne nutzen:
“Innenstadt wird zum inszenierten Erlebnisraum in einer Public-Private-Partnership. Die Stadt (…) stellt die Kulisse und baut wie in Berlin eine Schlossfassade neu (…), um die Innenstädte zu beleben. Und die Privaten stellen in der Innenstadt ihre Erlebnisräume auf, um ihre Produkte emotional aufzuladen.”
“Wir alle tragen an dieser Entwicklung eine Mitschuld. Denn wenn die Kommunen, die Bürger, ihre öffentlichen Plätze verkommen lassen, is ein besuch der Sony Plaza am Potsdamer Platz für viele im Zweifel attraktiver als ein nachmittag auf dem Alexanderplatz.”
“Die Herausforderung an die Stadt von heute ist, wie sie dem Bedürfnis nach Erlebnis entgegenkommt, ohne sich in die Hand kommerzieller Interessen zu begeben.”
Siehe www.brandeins.de
28. Oktober 2009 at 17:28
Als Künstler habe ich eigentlich die Hoffnung aufgegeben, daß sich Kunst und Kultur mit dem Image Frankfurts verbinden.
Der Stadt sind die Banken einfach zu wichtig.
Ich habe mich diesbezüglich auch in meinem Blog geäussert:
–> http://www.thing-net.de/cms/artikel333.html
28. Oktober 2009 at 17:38
Was mich an der Diskussion in der IHK irritiert hat, war die eingeschränkte Sichtweise der Diskutanten, die sich außerdem zu einig waren, was keiner Diskussion gut tut.
Innerhalb Frankfurts wird Frankfurt naturgemäß negativ-kritischer diskutiert. Das ändert sich mit der Entfernung zu etwas weniger negativ innerhalb Deutschlands und hört komplett auf, wenn man im Ausland unterwegs ist. Dort steht unser Metropölchen einfach nur für eine moderne Großstadt mit internationalem Flughafen, vielen Banken, und ein paar Museen. Nach dem Motto: “Nothing to write home about”, aber “nice to know”, wenn sich’s ergibt.
Das Thema Image ist für die Stadt am Main ein Dauerbrenner. Seit ich hier lebe - immerhin seit gut 20 Jahren - ist von städtischer Seite allerdings nie etwas auf den Weg gebracht worden, was es mit Marketingaktivitäten von Städten wie Hamburg, München oder Berlin auch nur annähernd aufnehmen könnte. Das kann nicht allein an der „sehr facettenreichen Interessenlage“ liegen, wie der Geschäftsführer der Initiative „City-Forum pro Frankfurt“ vermutet. Andere Städte haben auch „Interessenlagen“ und bringen trotzdem etwas zusammen. Dort hat man offenbar jene Hausaufgaben gemacht, die in Frankfurt/Rhein-Main erst anstehen. Denn hier sitzen, egal in welchem Initiativ-Forum oder Kreis für Wirtschaft, Kultur oder was auch immer, die immer gleichen Unternehmen bzw. deren Repräsentanten und Funktionäre an den Runden Tischen. Sie sollen die Region zusammen und voran bringen, scheinen aber vorrangig damit beschäftigt, ihre Pfründe zu wahren. Wenn man nur wollte, reichten ihre gebündelten Budgets aus (Sponsoren-)Geldern und öffentlichen Töpfen für diverse nachhaltige Imagekampagnen.
So lange am Flughafen-Vorfeld riesige Hessen-Banner für “Hessia” werben, darf sich keiner wundern, dass sich im Gegenzug dann auch ankommende Passagiere wundern, “welche - politische’ - Vereinigung denn hier ihre Transparente aufgehängt hat” (der O-Ton war in Englisch, gehört gestern bei meiner Ankunft von einer Reise in FRA). Wieviel Promille der jährlich 50 Millionen Flugpassagiere kann mit dem Begriff Hessen oder Hessia überhaupt etwas anfangen? Schade um die Steuergelder für derlei unsinnige Werbebanner der Wirtschaftsförderung.
Stattdessen müssten dort am Flughafen Banner hängen mit einem knackigen Slogan à la “Frankfurt: Entdecken Sie die kleinste Metropole der Welt”. Sie ist nur 15 S-Bahnminuten entfernt (vom Airport) und nicht unspannend. Allenfalls könnte ich mir den Hinweis auf “Rhein-Main” vorstellen, denn auch das ist ein Begriff, der international eingeführt ist und verstanden wird.Dafür, dass Frankfurt image-mäßig noch nie etwas zusammen bekam, ist der Ruf der Stadt doch erstaunlich gut. Im Ausland sowieso. Da gilt die kleinste Metropole der Welt als modern, international und weltoffen.
Wer hier lebt und arbeitet, findet die Stadt praktisch, lebens- und stellenweise geradezu liebenswert, wie es sogar auf den Wagen der städtischen Müllabfuhr geschrieben steht. Und die gute Kunde verbreitet sich. Stetig. Aber leider ungesteuert. Und genau das müsste sich ändern. Wer packt es endlich an?
28. Oktober 2009 at 17:52
Der Begriff der Marke sollte zunächst neu definiert werden. Hier halte ich die althergebrachten Masstäbe unserer komplexen, globalisierten Welt gegenüber, nicht mehr für angemessen. Eine Stadt auf einen USP oder auf einen Biergarten zu reduzieren ist nicht mehr zeitgemäss. Gerade deshalb ist Frankfurt kompakte Weltstadt.
Ebenso wie die Stadtplanung durch den Markt, die Menschen, Antworten erhält, wird das Branding der Stadt durch die Menschen, die in Ihr leben, und den Entwicklungen Tribut zollen, erzeugt.
Diese Bewohner haben differenzierte Werte und Perspektiven, die in die Markenbildung einfliessen sollten:
geschwindigkeit (statt größe)
flexibilität (statt stabilität)
integration (statt spezialisierung)
innovation (statt kontrolle)
Identität und Innovation sind unser Kapital der Zukunft. Identität funktioniert nur noch über Authentizität, die Fassaden blättern ab, Frankfurt ist echt.
Als Moodboard fällt mir persönlich die Clara aus Frankfurt ein, die die Stimmung und die Eleganz der Stadt auf kindliche Weise wiederspiegelt:
http://www.myvideo.de/watch/3795527/Heidi_42_3_Clara_kommt
Freundliche Grüsse,
Tom Maximilian Kremer
Dipl.- Ing.(Fh), M. Sc., Architekt
Friendsarchitects
Am Schlosspark 49
65203 Wiesbaden
Germany
28. Oktober 2009 at 18:23
[...] ein Image durch die Welt zu tragen. Doch wofür steht Frankfurt? Die Diskussion kam neulich beim Medienmittwoch wieder auf, einem Treff der, Sie haben es erraten, hiesigen Medienschaffenden. City of the Euro, [...]
29. Oktober 2009 at 02:12
Ich hatte mich bereits während der Veranstaltung geäußert. ( s Bild 18 ). In Frankfurt geboren und hier aus Überzeugung lebend, setze ich auf aktives und selbstbewußtes Bürgertum. Die kleinste Metropole der Welt bietet eine hohe Lebensqualität mit allen Annehmlichkeiten. Derzeit geschäftlich in Tokio, erlebe ich den Alltag für die Bewohner als völlig erschöpfend : lange Wege in öffentlichen Verkehrsmitteln, kleine Wohnungen mit vielen Menschen auf teurem engen Raum, schlechte Luft, wenig Freizeit , geringe Mittel um den Tagesablauf angenehmer zu gestalten, weite Wege zu Kultur- oder anderen Veranstaltungen innerhalb der Stadt. Dies ist nicht anders in New York, Paris oder London, Orte die ich ebenfalls recht gut kenne. Die Mieten in Frankfurt sind bezahlbar ( wenn man sich auskennt ), Wege relativ kurz, häufig mit dem Fahrrad zu erreichen. Das Angebot für Freizeit, Sport, Kultur sehr gut, auch wenn es anscheinend hip ist, anderes zu behaupten. Die Stadt strahlt Dynamik und Erfolg aus - das mag nicht jedem zusagen, der sich dort nicht einreihen möchte. Nicht von ungefähr wird hier der Ironman ausgetragen. Für manche gilt es die Schwellenangst zu überwinden um festzustellen, dass man in dier Stadt so ziemlich jeden persönlich treffen kann und sei es Herrn Trichet beim Lebensmitteleinkauf im Kaufhof. Frankfurt ist international. Die hier lebenden und - sicher häufig für begrenzte Zeit arbeitenden - Ausländer haben eine andere soziale Struktur als zB in Berlin. Meine Tochter hat das Goethe Gymnasium besucht und damit als eine der wenigen Schüler mit nur deutscher Herkunft viele Freundschaften mit internationalen jungen Leuten schließen können.
Ich bin Beraterin für strategisches Marketing.
Schon die Diskussionsstellung eines Branding für die Stadt war zu allgemein. Für welche Zielgruppe ? Für die in Frankfurt lebenden Menschen ? Für Deutschland ? Das Ausland ? Wenn dort : für Tourismus ? Oder als Businessort ? Leider haben diese grundsätzlichen Fragen nicht geklärt werden können. Die Podiumsteilnehmer schienen auch nicht recht zu wissen, was sie außer Selbstdarstellung bieten sollten. Um also zu einer Zielführung zu kommen, sollten zunächst die Zielgruppen klar definiert werden. Diese Stadt international erfolgreich zu vermarkten gehört sicher zu den einfacheren Aufgaben !
29. Oktober 2009 at 09:01
Lassen Sie uns ein Kreativprojekt für die nächsten zehn Jahre beginnen!
Ich mlöchte gerne nicht nur Frankfurt sondern auch Rhein-Main insgesamt denken, denn die zentrale Stadt ist einfach zu klein und erst wenn man die gesamte Region mit Ihren 5,5 Millionnen Einwohnernmit Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Hanau undOffenbach und auch die kleineren Städte betrachtet, wird klar dass so viel Kreativität und Internationalität hier vorhanden ist, dass wir uns uns mit Mailand, mit Wien, mit Barcelona,mit Paris oder auch London messen können. Diese anderen europäichsen Metropolen haben in der jüngsten Zeit Konzepte vorgelegt und sich Ziele für den Umbau in die Zukunft gesetzt. Wir wollten in FrankfurtRhein-Main die Internationale Bauausstellung durchführen, das wäre so ein Bündelungsprojekt für die kommenden zehn Jahre gewesen, in dem die ganze Kraft der Region gezeigt worden wäre. Die ist leider an der fehlenden Unterstützung durch die Landesregierung gescheitert. Aber wir solltenuns ein neues Ziel setzen, um die Metropolregion von morgen zu zeigen. Das “Neue Frankfurt” oder die “Frankfurter Schule” waren in der Vergangenheit der Slogan für einen enormen Innovationsschub in Kultur, Philosophie, Bau und soziale Entwicklung. Heute hat siech die Bevölkerung der Region stark verändert ist viel bunter geworden, hier leben Menschen aus 186 Nationen und zwar nicht nur in der Kernstadt Frankfurt (176 Nationen), sondern auch in Main-Taunus Kreis (156 Nationen). Die Entwicklung hin zu der internationalen Stadt, in der die Menschen aus allen Erdteilen eine neue Kultur des Zusammenlebens pflegen, steht auf der Agenda? Diesen Wandel aufzuzeigen und dabei die jungen Leute mit Ihrnen Träumen zur Zukunft unserer Region in den Mittelpunkt zu stellen, wäre aus meiner Sicht eine richtig lohnenswerte Kampagne.
29. Oktober 2009 at 11:58
Ein Souvenir für alle Frankfurter….
Art Homes Frankfurt
Moonblinx Kalender / Calendar 2010
http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=978-3-941614-02-4
29. Oktober 2009 at 12:12
Die Selbstbeweihräucherung in Frankfurt kann man nicht mehr hören. Die Stadt hat ein paar nette Flecken am Main, ein-zwei gelungene Hochhäuser und einen sehr großen Flughafen. Das war´s. Ansonsten ist die Stadt überteuert und kann nicht mal annähernd mit Städten wie Berlin oder Hamnburg mithalten. Dort finden spannende kulturelle Entwicklungen statt, nicht hier (Ausnahmen bestätigen die Regel).
29. Oktober 2009 at 12:32
1.
Die “reinrassige Promenadenmischung” (übrigens ein mittlerweile ausgelutschter Versuch, sich in Wortkreationen nicht eindeutig positionieren zu müssen und dabei cool zu wirken), diese Mischung Frankfurt ist sicher ein Markenzeichen hier, aber Vorsicht:
Viele Städte/Regionen sind schon stark durchmischt und sie durchmischen sich weiter. Das ist schon sehr bald kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
2.
Eine Marke zu kreieren, ein Image zu wechseln, kostet neben einer Menge Geld auch viel Zeit. Dieser Energie- und Kostenaufwand lieber in handfeste Projekte investieren, die ich sehen kann, die ich zeigen kann. Es gibt genug!
3.
Frankfurt lebt doch vom Austausch und der Bewegung der Menschen und ihrem Kreativpotenzial in der gesamten regionalen Struktur, wann wird das endlich erkannt und DAS nach außen wie nach innen kommuniziert?
Frankfurt ist für mich die City, viel zu klein, viel zu große Barrieren, um hier weiter anzusetzen. Und der Wegzug der Börse nach Eschborn hat schon gezeigt, dass nichts für Frankfurt sicher ist. Nicht mal DIESES Image.
4.
Die Marke Frankfurt gibt es nicht, es kann nur die Marke FrankfurtRheinMain sein. Kein Ausschluss, sondern Inklusion ist das Handlungsfeld! Dieses Modell, schon Ende der 20er Jahre hier in Frankfurt erdacht (Ernst May!), ist wohl immer noch nicht angekommen.
5.
Stadtmarketing - vor allem in seiner Umsetzung durch so genannte Experten von außen, die meinen, sie hätten die Formel jederzeit in ihrem Mac abrufbar – ist ein oft teures Instrument, um im lokalen wie globalen Wettbewerbsdruck standzuhalten. Was ist mit den vielen kleinen Projekten, die schon längst laufen? Kann man diese nicht mal unser einen Hut bringen? Wo ist das Forum dafür? Die Schau, die daraus entstehen würde, wäre gigantisch, wäre global, wäre universal!
6.
Die Rolle Frankfurt könnte tatsächlich das FORUM sein, das alle Potenziale bündelt, die es in der Region gibt. Vielleicht wäre das dann auch ein mögliches Markenzeichen für Frankfurt.
Hier ist aber noch einiges zu tun - vor allem von Seiten Frankfurts
29. Oktober 2009 at 13:11
Hi,
wenn ich die Diskussionen, die ich seit nun 6 Jahren zu diesem Thema miterlebe oder mitführe, Revue passieren lasse und das hier im Blog gelesene dazu “kippe”, stelle ich fest, dass man sich stellenweise zu Tode argumentiert. Daraus resultiert meine feste Überzeugung, dass man das Thema keinesfalls ausschließlich rational angehen darf. Das Image - wie der Name schon suggeriert ein komplexes Wahrnehmungselement - ist idealerweise getragen und belegt mit Emotionen.
Und trotz aller Vorschläge, die zum Beispiel meine Wenigkeit gemeinsam mit einem namhaften Frankfurter Fotografen, schon an den unterschiedlichsten Stellen unterbreitet haben, geschieht in dieser Hinsicht nichts. IHK, Wirtschaftsförderung, Oper, Stadt … auch einzelne größere Unternehmen haben wir mit Vorschlägen konfrontiert, die alle mit sehr überschaubarem Budget realisierbar gewesen wären. Alle blieben auf den Händen sitzen (oder den Säckeln
Dabei geht es keineswegs um diffuse Emotionen die bei einem diffusen Zielpublikum hervorgerufen werden sollen. Warum sollte man nicht auch als Einwohner dieser Metropolregion dazu angeregt werden, stolz darauf zu sein und sich der zahlreichen Facetten und gelegentlich auch Perlen bewusst werden? Das sind dann Argumente, die nicht auf Zahlen, Daten oder Fakten beruhen, ist der Hauptkritikpunkt am emotionalen Approach. Aber wenn es um das Image geht, interessiert möglicherweise keinen, wie klein die Metropole ist, oder?
Und was mir in diesem Blog in die Augen fällt: die Konzentration auf die Stadt und das Image der Stadt. Sieht man die Einwohnerzahl einmal in Relation zur Pendlerzahl, wird schnell deutlich, dass man ohne das Umland bei aller Wirtschaftskraft sehr alleine dasteht. Die Menschen prägen letztlich das Image. Also rege ich an, Kommunikation für Menschen in den Vordergrund zu schieben und nicht Kommunikation für das so gerne gesehene Kapital. Und damit verschiebt sich der Fokus von der Stadt auf die Metropolregion - zumindest für mich, als Mensch, der hier lebt und arbeitet und gelegentlich auch einmal seine freie Zeit verbringt.
30. Oktober 2009 at 02:13
[...] MedienMittwoch-Weblog » Blog Archive » Stadt und Marke: Blicke auf Frankfurt [...]
9. November 2009 at 18:08
Es macht Frankfurt so schön, dass es Wiesbaden und Heidelberg, Rheingau und Bergstraße in der Nähe hat!
Eine Stadt, über die sich so vieles sagen lässt, Emotionen und Gemüter dermaßen bewegt, wie auf dem o.g. Podium und hier im Blog erkennbar, muss zweifellos etwas richtig machen! Nicht umsont schneidet Frankfurt am Main in diversen Umfragen in der Regel gut bis sehr gut ab. Dies liegt sicher nicht nur an der für deutsche Verhältnisse einzigartigen Skyline und der nur wenige hundert Meter weiter entfernt erlebbaren Äbbelwoi-Romantik, einem eindrucksvollen Airport, an illustren Shopping-Meilen, zahlreichen Parks und City-Grüngürtel.
Möglicherweise sind es ja auch die Widersprüche und Kontraste dieser Stadt, die zum Sympathie-Kolorit beitragen. In jedem Fall aber ein vielerlei Neben- und Miteinander
seiner Bewohner, Kulturen und im städtischen Kontext ihre Siedlungen, Freiräume und die Athmosphäre ihrer Stadtviertel.
Hätte Frankurt nicht noch ein bei weitem grösseres Potenzial, - könnten sich alle Zuständigen getrost zurücklehnen! -
Ich wohne in einer der unmitelbaren Vorstädte. Mein Lebensmittelpunkt aber ist Frankfurt bzw. die Metropol-Region Rhein-Main. Nicht - in den historischen Grenzen und auch nicht in den durch die aktuelle Rhein-Main-Werbung ausgewiesenen Gebieten, die zwar das bayerische Aschaffenburg und das pfälzische Mainz gerne inkludieren, aber gleich hinter Darmstadt das attraktive Südhessen entlang der Bergstraße, inklusive Odenwald, als weißen Fleck ausweisen.
Genauer gesagt, ich lebe überwiegend in der wunderbar vielseitigen Metropol-Region Rhein-Main-Neckar, unbekümmert jedweder historischer Grenzen und politischer Animositäten… und auch aus diesem Grund meine scheinbar provokante Headline, die aber lediglich zu offenen Handlungfeldern einer zukunftsorientierten Marken- und Dachmarkenstrategie sowie auch zu einigen zukunftsrelevanten Marketingüberlegungen inspirieren möchte.
1. Die Marke Frankfurt ist zwar Highligt der Dachmarke Metropol-Region Rhein-Main, ohne letztere aber unter Marketing-Aspekten nicht dauerhaft tragfähig.
2. Architektur wird zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb europäischer Städte.
Wer’s nicht glauben mag, der sei an das Guggenheim-Museum in Bilbao erinnert.
Eine Stadt, die zuvor kaum jemand kannte. Mit einem “Frankfurter Museumsufer” versehen, wäre sie heute noch ebenso unbekannt! - Damit sei nichts gegen unser Museumsufer gesagt, sondern nur der Stellenwert von kreativer/innovativer Architektur
veranschaulicht. Welche Bedeutung dies für die Gesamtwirtschaft einer Stadt
haben kann, mag sich jeder selber ausmalen.
Die “Stadtflüsterer” in Frankfurt, also intene und externe Berater u.a. für Stadtentwicklung, inkl. ihrer städtebaulichen Konzepte und Langzeitstrategien, sind ohne Zweifel exzellente Fachleute, wenn möglicherweise auch nicht ganz ohne Eigennutz - aber leider sind sie unter Premium-Marken- und Marketing-Gesichtspunkten zu wenig Marketing-minded und zu wenig verwegen und innovativ. - Oder wie läßt es sich sonst erklären, dass neue Gewerbebau-Ensembles vermehrt in Plattenbau-Optik entstehen? Quadratisch, praktischer Plattenbau - zwar mit wertiger Naturstein- oder Glasfassade (der nach 10 Jahren allerdings auch nicht mehr viel hermacht), aber eben phantasielos und wohl nur schön in den “gehübschten” Exposés und Modellen der Architekturbüros.
Die Skyline im Kontext wirkt beachtlich. Doch die wirklich originellen Objekte darin lassen
sich an fünf Fingern abzählen. Und die Alte Oper macht es keineswegs interessanter,
wenn sie in unmittelbarer Nachbarschaft durch einen weiteren Plattenbau-Turm flankiert wird, der optisch halbwegs für’s Heute, aber keineswegs für’s Morgen gebaut wurde.
Ein Manko, das nicht selten in der neueren Frankfurter Architektur augenfällig auftritt.
Zwar ist das “MY ZEIL”, ein weiterer sehenswerter Anfang, trotz handwerklicher Mängel und Industriebodenblag aus den 60ern, aber das reicht bei weitem… noch… nicht.
Es fehlt das wirklich Kreative, Innovative, das Verwegene, - welches Highlight-Magnetismus und Mythos weit über die Grenzen hinweg erzeugen könnte. Ein Potenzial, das Frankfurt durchaus hat, aber immer wieder auf’s Neue ignoriert, brach liegen lässt und vergibt. - Vielleicht liegt es an den “Stadtflüsterern”, vielleicht aber auch an den Projektentwicklern mit den Dollarzeichen in den Augen, denen man allzu schell gehübschte Architektur-Animationen und -Modelle abkauft, vielleicht liegt es aber auch an den Zuständigen und zögerlich mangelnder Visionskraft auf der einen wie der anderen Seite.
Für neuen, verdichteten Siedlungsbau gilt ähnliches. Jeder Quadratmeter ausgenutzt, eingestreute Alibi-Kinderschaukel samt Mini-Sandkasten und - mehr oder weniger “gähniales” Gestaltungs-Einerlei. Kreativ, innovativ und familienfreundlich ist das nicht… wirklich.
3. Eine Premium-Marke verzichtet nicht auf die Darstellung ihrer Vorteile. - Warum also lässt die Dachmarke Rhein-Main den Rheingau hochloben und verschweigt Südhessen mit Bergstraße und Odenwald? Und überhaupt, für Touristen wie auch Einheimische ist die Kombination von Frankfurt und Heidelberg mit der Bergstraße als Zwischenschiene hochattraktiver Anlaufpunkt.
Im europäischen Wettbewerb der Metropol-Regionen zählt eine knappe Stunde Bahn- oder Autofahrt kaum etwas, wohl aber ansprechende Vielfalt, attraktive Kontraste und die glaubwürdige Emotionalisierung von Regional- und Stadt-Marken. - Ob Touristen oder die jüngere Generation die ehemals historischen Grenzen wirklich beeindrucken oder der Spruch “Ein Frankfurter fährt nicht nach Mannheim und umgekehrt”? Wohl kaum.
Resümee: Ein wenig mehr “THINK BIG” in Sachen Kreativität, Innovation und Vision würde Frankfurt mehr als gut tun. Dies zu kultivieren, wird Stadt, Region und Land auf Dauer einen entscheidenden Vorteil im europäischen Wettbewerbskonzert bringen.
28. März 2010 at 18:16
Einen huebschen Blog hast du hier, warum kannte ich den denn noch nicht. Naja jetzt habe ich Ihn gespeichert und werde in der naechsten Zeit oefters vorbei schauen. Bin auf jeden Fall schon auf deine neuen Artikel gespannt.
31. März 2010 at 20:58
[...] zum MedienMittwoch mit dem Thema “Stadt und Marke” vom Oktober [...]
4. Mai 2010 at 14:26
Wow wie immer ein interessanter Text. Wenn doch nur alle Blogs so schön zu lesen wären. Gruß Camila Obholz