Quo Vadis Talentförderung in der Medienbranche?
08. März 2006 von Robert BasicDie MedienMittwoch-Veranstaltung hätte gestern beinahe mit einem Besucherrekord aufwarten können: Es hatten sich ca. 570 Personen angemeldet. Aufgrund des Schhneechaos in Frankfurt und dem Umland erschienen aber nicht einmal die Hälfte aller Angemeldeten im Seitentrakt des Westend Campus / Uni Frankfurt. Kein Wunder, denn die Autobahnen um Frankfurt waren dicht, teilweise waren Bundesstraßen komplett gesperrt worden. Ich selbst hatte mit dem Auto eine abenteuerliche Fahrt aus dem Taunus hinter mich gebracht und dazu einen persönlichen Rekord von zwei Stunden (!) aufgestellt, um in die Innenstadt von Frankfurt zu kommen. Oder die meisten hatten sich auf dem Weg durch das riesige Uni-Gebäude verirrt und irren immer noch… Quatsch. Anyway…
Quo Vadis Talentföderung in der Medienbranche war das Thema des Abends. Wir stellen Ihnen dazu einen Podcast zur Verfügung: Eine Aufnahme des gesamten Abends. Leider Gottes hat die Batterie 15 Minuten vor Schluss den Geist aufgegeben! Aber der Großteil ist drauf. Insofern werde ich die Veranstaltung nicht protokollarisch abhandeln, stattdessen werde ich versuchen, auf einige wesentliche Kernpunkte zusammenfassend einzugehen.
Worum ging es konkret?
Weiterbildung hat keinen hohen Stellenwert, das gilt für die Medienbranche allgemein und insbesondere für die Werbe- und Kommunikationsbranche. Schon Praktikanten werden als billige Kräfte fest in den Arbeitsprozess integriert, wer dann seinen Abschluss hat, fängt an, richtig zu arbeiten. Und arbeitet. Ausgeprägtes Dienstleistungsverständnis und Sechzig-Stunden-Wochen lassen keine Zeit für Weiterbildung. „
Learning on the Job“ ist gängige Praxis, für Reflexion und das Schauen über den Tellerrand der eigenen Erfahrungen ist die Personaldecke zu dünn.Polemik oder Realität?
Am MedienMittwoch möchten wir in Erfahrung bringen, welche Strategien Medienunternehmen haben, um ihre Mitarbeiter zu fördern. Und wie es um die praktische Umsetzung bestellt ist. Gibt es einen Anspruch an die Aus- und Weiterbildung? Wie sieht die Praxis aus? Bieten Unternehmen ihren jungen Mitarbeitern Karrieremöglichkeiten, und wenn ja, wie sehen diese aus? Oder führt der Weg nach oben nur über individuelles Durchbeißen? Wie erkennt man Talente, und wie werden diese gefördert? Wie können Unternehmen ihre kreativen Mitarbeiter motivieren, wie können sie sie halten?
Fragen wie diese wollen wir mit einem Headhunter und je einem Vertreter der Verlagsbranche, der Werbung und der akademischen Ausbildung erörtern.
Jörg Weber, Mitveranstalter eröffnete die Veranstaltung
Und konnte freudig verkünden, dass der Medienmittwoch endlich auch mit „hessischen“ Bier im Getränkerepertoire aufwarten kann, dessen Fehlen die Besucher immer wieder bemängelt hatten.
Jörg: „Wir haben ein Bier, ich kenne es nicht, Göller aus Hessen.
“
Ein Zwischenrufer meinte nur trocken: „Aus Unterfranken.
“
Jörg: „Ah… aus Unterfranken. Hessen sind anscheinend leider nicht in der Lage, Bier zu sponsorn.
“
Also liebe Bierbrauer aus Hessen, lassen Sie das nicht auf sich sitzen!
Professor Wahrenburg,
Leiter der neuen Goethe Business School
… übernahm das Wort. Er stellte u.a. das Konzept der Business School vor – es handelt sich dabei um ein kostenpflichtiges Angebot – das mit vergleichbaren Angeboten aus dem Ausland konkurrieren soll und sich primär an Manager richtet. Die Goethe Business School fokussiert sich auf die Weiterbildung nach dem Examen und existiert seit ca. einem Jahr. Von 1.500 Bewerbern wurden ca. 300 in das Programm aufgenommen. Die Kosten für die Teilnehmer sind nicht unerheblich: Man könnte sich davon locker einen gut ausgestatten Mercedes E-Klasse leisten. Und der Nutzen?
- keine Massenveranstaltungen,
- 40 ausgewählte Professoren und zusätzliche Honorarprofessoren wie auch Spitzenmanager aus der Wirtschaft stellen das Lehrpersonal,
- übliche Quote auf staatlich finanzierten Unis beträgt 136 Studenten : 1 Professor. Unis in den USA oder England können dagegen mit einer Quote von 10-20 : 1 glänzen,
- später erwähnte Prof. Wahrenburg, dass die Teilnehmer nach Abschluss einer Business School im Schnitt mit einer Verdoppelung ihres Gehaltes rechnen können, wie Statistiken von vergleichbaren Business School aus dem Ausland aufzeigen. Nun, Statistiken sind das was sie sind: Sie berechnen einen Durchschnitt.
Insgesamt kann man feststellen, daß Prof. Wahrenburg die Talentförderung auch als einen Teil des lebenslangen Lernens versteht. Im Prinzip ist das völlig richtig, dass auch Business Schools Führungskräfte – die natürlich über ein Set von Talenten verfügen, die gefördert werden wollen und sollen – besser auf ihre Aufgaben vorbereiten können. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Medienunternehmen bereit sind, ihre Mitarbeiter für eine nicht unerhebliche Summe auf eine solche Schule zu schicken.
Staatssekretär Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard,
Keynote Speaker
In einer halbstündigen Rede hat uns Staatssekretär Leonhard versucht zu zeigen, was das Land Hessen aktiv unternimmt und in Zukunft plant, um angefangen bei den Kindergärten bis hin zu den Akademien Talente besser zu fördern. Zentral erscheint mir der Ansatz, den Hochschulen mehr Entscheidungskompetenz nicht nur bei der Auswahl der Bewerber an die Hand zu geben, sondern auch in der Ausgestaltung der Lehrinhalte. Das wesentliches Ziel ist dabei, neue Berufsbilder über neue Studiengänge in den jeweiligen Fachbereichen zu kreieren und damit neue Wirtschaftszweige im Medien- und Kulturbereich zu etablieren (z.B. Hanauer Landstraße).
Es wird zusätzlich versucht, die Vernetzung der hessischen Akademien untereinander, aber auch mit der Wirtschaft zu verstärken. Ungewöhnlich fand ich den Gedanken, z.B. Studenten der Filmakademie eigene Sendeplätze beim staatlichen Fernsehen zur Verfügung zu stellen! Okay, Zukunftsmusik, aber immerhin denkt man unkonventioneller als vor einigen Jahren. Durch die Zusammenlegung der Filmpreisverleihung mit der Buchmesse ging man ein zentrales Problem an: Die hessische Medienbranche ist viel besser als ihr Ruf, nur, die PR ist zu schlecht. Natürlich ist die Zusammenlegung nur eine Maßnahme von vielen, um die PR für die Medienbranche zu verbessern. Weitere Maßnahmen sind z.B. „Kino macht Schule“ (ab 2007), ein neuer „Drehbuchpreis“, weitere Förderpreise und nicht zuletzt Auslandsstipendien (New York, Rotterdam, …).
Gehört wohl immer dazu, aber auch in der Rede von Staatssekretär Leonhard wurde zum Schluss betont, dass Deutschland insgesamt – nicht nur Hessen – im internationalen Maßstab schlecht abschneidet. Das zeigt sich u.a. auch daran, dass Medienabgänger der Hochschulen im internationalen Vergleich viel älter sind.
Diskussionsrunde
- Staatssekretär Prof. Dr. Leonhard
- Philip Roeder, Geschäftsführer, Verlagsgruppe Suhrkamp Verlag
- Michael Samak, Managing Director, Saatchi & Saatchi
- Prof. Dr. Mark Wahrenburg
- Mike Neumann, Nexecute GmbH (Moderator)
Wie sah es nun da aus? Was wird getan, um die Talente zu fördern? Vorneweg: Learning on the job
ist mehr oder minder die zentrale Aussage.
Saatchi & Saatchi bietet beispielsweise ein Saatchi & Switch-Programm an: Mitarbeiter wechseln für sechs Wochen ins Ausland und suchen sich in einem internen, eBay-artigen System Austauschkollegen. Zusätzlich versucht man, mit Hochschulen zusammenzuarbeiten, um den Mitarbeitern frisches Wissen (lebenslanges Lernen…) zu vermitteln. Zudem flankiert ein internes Mentorenprogramm die Weiterbildung der Mitarbeiter. Die Vergabe von Praktika und die enge Einbindung der Praktikanten in die tägliche Agenturproduktion wird ebenso als Talentförderung verstanden.
Herr Roeder vom Suhrkamp Verlag hatte an sich nichts Spezielles zu bieten, höchstens interne Schulungen (Excel, Word…). Es gibt keine speziellen Talentförderprogramme oder Fördermaßnahmen. Learning on the Job eben. Seiner Meinung nach finden Eliten bzw. Talente „eh ihren Weg
“, man benötigt dazu keine speziellen Fördermaßnahmen. Heutige Bewerber zeichnen sich dadurch aus, daß sie kurz studiert haben und mindestens mit fünf konkreten Praktika aufwarten. Junge Menschen kümmern sich viel aktiver um ihre eigene Förderung. Förderung durch Qualifikation sozusagen.
Das scheint mir auch insgesamt Standard zu sein: Es gibt so gut wie keine konkreten Konzepte, die aus der Masse herausstehen. Meistens ist es das vielbesagte Alltagsgeschäft. Ob dabei die Talente gefördert werden, überlässt man mehr oder minder dem Karriereverlauf des Mitarbeiters. Wenn ein Mitarbeiter Glück hat, wird er auf eine Business School geschickt.
Im Großen und Ganzen bleiben vier Dinge festzustellen:
- Unternehmen betreiben kaum spezielle Förderprogramme für Talente.
- Wer eine gute Förderung genießen will, muss kräftig zahlen.
- Der Staat kann dank knapper Kassen nur sehr eingeschränkt mithelfen, speziell Talente zu fördern (auch wenn man fairerweise sagen muss, daß das Land Hessen den Ausbau des neuen Campus mit ca. 1 Mrd. Euro fördert und dabei versucht, moderne Lehrkonzepte einzubringen… doch ob das mit Talentförderung gleichzusetzen ist…)
- Das Internet kam überhaupt nicht zur Sprache und wird anscheinend als Wissensmedium und Möglichkeit, Talente zu fördern, nicht als mögliche Alternative interpretiert. Wenn doch, dann habe ich es nicht mitbekommen.
Das Web als Talentföderung?
Meine persönlichen Randbemerkungen zur Nutzung des Internets hinsichtlich Talent-Entdeckung und Talentförderung:
Gerade das Internet kann dazu dienen, Talente zu entdecken und deren Arbeiten eine viel stärkere Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung zu geben. Das Internet wird mittlerweile viel stärker als noch vor wenigen Jahren genutzt. Es ist mittlerweile zu einem etablierten Informations- und Kommunikationskanal geworden. Tue Gutes und rede darüber
könnte man sagen. Zeigen, was man kann, zeigen, was man tut, zeigen, welche Talente bisher unentdeckt blieben.
Konkret aber, wie kann man damit Talente unterstützen? Beispielsweise zeigt die Arbeit eines Absolventen der Design-Uni von Alabama, was man als Hochschulabsolvent tun kann, um auf sich aufmerksam zu machen, es kann aber auch dazu dienen, anderen Studenten Anregungen zu geben: Dave Werner hat auf seiner Seite OkayDave.com m.E. ein Best Practice Beispiel aufgesetzt, das durchaus Schule machen kann. Er zeigt im Rahmen eines breiten Portfolios, wie er sich die Umgestaltung einer Webseite einer Bank vorstellt, wie ein Gastronomiebetrieb seine Brand schärfen kann, wie eine modernerer Kaffeeautomat aussehen könnte, wie man ein neuartiges, multimediales Buch gestalten kann, etc. Diese Vielfalt an Techniken aus Grafik, Technik, Ton und Bild erleichtert ihm nicht nur die Jobsuche, sondern zeigt auch anderen Studenten auf, welches kreative Potenzial im Verborgenen liegenbleiben würde, wenn man es nicht der Öffentlichkeit präsentiert. Seine Seite ist im Internet nicht umsonst intensiv verlinkt worden.
Videoplattformen schießen in den USA wie Pilze aus dem Boden (z.B. YouTube.com, Google Video, beide völlig kostenlos). Filmakademie-Studenten können solche Plattformen nutzen, um ihre Arbeiten einer wesentlich größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Sie können parallel ein Weblog aufsetzen, um ihre Arbeiten zu besprechen, um sich international mit Gleichgesinnten auszutauschen, zu vernetzen und gegenseitig zu inspirieren. Gerade diese weichen Faktoren sind für eine adäquate Talentförderung immens wichtig. Niemand entwickelt sich weiter, wenn er in seiner Stube hockt. Man muss raus. Geht raus ins Web, nutzt seine Möglichkeiten, liebe SchülerInnen und StudenteInnen!
Ein deutsches Beispiel ist zwar ein kommerzielles Projekt, aber nicht minder spannend: Ehrensenf.de. Es ist nichts anderes als Internet-TV und wird immer reger genutzt.
Bekanntester und erfolgreichster Vorreiter ist die US-Seite Rocketboom.com, ebenfalls ein kommerzielles Projekt. Ehrensenf und Rocketboom gehören zu Vertretern der neuen Generation von Websites, „VLogs
“ genannt. Kommentierbare, regelmäßige Filmproduktionen per Web-TV.
Es wäre insbesondere Filmstudenten ein Leichtes, behaupte ich, ähnliche Projekte aufzusetzen und zu betreiben. Sie könnten damit ebenso nicht nur Projekte ausprobieren und Feedback einholen, sondern sie können auch newsartig über ihr Studentenleben berichten, um damit bei Schülern Interesse für diesen Studienganz zu wecken. Über die Landesgrenzen von Hessen hinweg.
Es bleibt natürlich nicht nur beim Video stehen. Bilderplattformen wie Flickr dienen einer regen Community weltweit, um Bilder untereinander auszutauschen, thematische Gruppen zu bilden, Bilder zu kommentieren und letztlich Spaß zu haben. Podcasting steht für Audioinformationen (letztlich verlinkte MP3-Files im Kern). Über eine Vielzahl von Podcasting-Plattformen wie Odeo.com, iTunes, iPodder.org kann man Podcasts verbreiten und Feedback einholen. Es gibt sogar mittlerweile in Deutschland einen eigenen Podcasting-Verband zu diesem Thema, auf dem man sich zu diesem brandneuen Bereich informieren kann. Wikis und Weblogs sind ebenfalls Vertreter des „neuen“ Web „After-DotCom“ Entdecke die Möglichkeiten.
Das Land Hessen und die Wirtschaft können und sollten m.E. das Web stärker zur Talentförderung nutzen. Die Möglichkeiten zur Förderung solcher Projekte sind nicht nur vielfältig, sondern vor allem auch öffentlichkeitswirksam. Momentan wird viel zu viel Potential in diesem Bereich verschenkt. Und wir reden nicht von der Schnürsenkelbranche, sondern von der Medienbranche! Deren natürliches Wirkungsfeld auch das Internet ist.
Finale
Wie immer war nachher und auch vorher das Networking ein wichtiger Bestandteil des Abends. Das haben auch trotz schlechtem Wetter zahlreiche Besucher zum Anlass genommen, sich mit den Referenten und auch untereinander auszutauschen.
Weitere Berichte auf externen Webseiten zur Veranstaltung
Andreas Wiedow war gestern auch als Besucher mit dabei und hat folgenden Artikel dazu verfasst: Weiterbildung in der Medienbranche: Auf der Suche nach Menschen, die deutlich mehr PS auf die Straße bringen…
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9. März 2006 at 13:11
[...] ich durfte gestern für den Medienmittwoch in Frankfurt zum Thema Quo Vadis Talentförderung in der Medienbranche? auf dem Blog vom Medienmittwoch einen Beitrag erstellen. [...]
9. März 2006 at 21:53
Offen gestanden fand ich den Abend nicht so spannend.
Prof. Wahrenburg äußerte sich zu Talentförderung, aber nicht zu Medien. Zielgruppe der Business School scheinen ja mehr BWLer zu sein. Die Talentförderung durch (monetäre) Elitenbildung konnte jedoch über lange Strecken als Eigenwerbung für seine neue Uni verstanden werden.
Prof. Leonhard äußerte sich in der Keynote zu beiden Themen, aber das Potential wie auch die Bedürfnisse der Neuen Medien scheinen noch nicht zu ihm vorgedrungen zu sein. Die neuesten Medien auf seinem Schirm sind noch Kino und TV, immer wieder verbunden mit dem „Standort“. Immerhin hielten sich seine rhetorischen Politikerfloskeln – und damit möchte ich zum Ende kommen – in Grenzen.
Beim Suhrkamp-Verlag läuft alles wie in den letzten fünfzig Jahren auch, nur die Konkurrenz ist größer geworden. Fortbildung gibt es zum Beispiel durch EDV-Kurse – ich war sprachlos. Und Saatchi & Saatchi ist ein tolles internationales Unternehmen, aber die benötigten Fähigkeiten müssen sich die ehemaligen Praktikanten irgendwie selbst aneignen, bevor sie in die Familie aufgenommen werden.
Das klingt vielleicht ein wenig überspitzt, aber aus der Ankündigung hatte ich mir beispielsweise erhofft, an diesem Abend kritische Stimmen zur Praxis der Ausbeutung von Praktikanten zu hören.
Aus der Besetzung wiederum hatte ich gehofft, ergäben sich Visionen, wie die zweifellos noch immer praxisfremde und in Bereichen der Kommunikation und Neuen Medien veraltete Universitätsausbildung auf eine synchrone Ebene des Informationsstands in den führenden Unternehmen gehoben werden könnte. Ja mehr noch, zum Motor von Innovation und Exzellenz würde!
In der Praxis werden Innovationen doch durch eine kleine internationale Experten-Elite vorangetrieben, die mit einem Netzwerk aus Weblogs und auf Konferenzen in Verbindung stehen. Die Universitäten hinken in technischen Teilbereichen (Webstandards), vor allem aber in sozialen Implikationen (Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit) um Jahre hinterher.
Aus den Äußerungen von Herrn Samak und Herrn Roeder könnte man vermuten, daß es in ihren Branchen beim Nachwuchs ähnlich aussieht, aber Lösungen aus der Misere wurden an diesem Abend nicht aufgezeigt. Alles läuft wie bisher.
Talent- (und Image-) förderung könnte ja auch sein, Adorno im Volltext ins Netz zu stellen. Doch im Verlagswesen versucht man lieber, Google Books zu blocken (was nicht gelingen wird), ein paar Jahre hinauszuzögern, über seine Rechte zu jammern, statt selbst Initiatve zu zeigen, Reaktion in Aktion umzuwandeln, Innovationsträger zu werden – und sei es nur, indem man die unterbezahlten Praktikanten an den Scanner stellt.
Insbesondere die Moderation vermochte es nicht, kontroverse Themen herauszukitzeln. Das Potential wäre vorhanden gewesen. Aber so saßen nun am Weltfrauentag fünf gediegene Herren auf dem Podium und plauderten bei einem unterfränkischen Bier, während zwei Reihen weiter hinten einer der Campus-Bewohner glücklich schnarchte.